Mit Sätzen wie „Danke, was Sie hier geleistet haben, könnte ich so nicht“ endet so manch ein Einsatz im Rettungsdienst. Doch spulen wir einmal vor zur Stelle, wo unser Pager an unserem Gürtel aufheult und wir uns auf den Weg zu unserem Einsatz begeben.

Meistens haben wir ein allgemeines Alarmstichwort wie z.B. Atemnot, Herzkreislaufstillstand, hilflose Person oder eine unklare Lage zur Erstorientierung haben, sich aber die Lage vor Ort oft, präsentiert. So wird aus den Schmerzen im Arm ein Herzinfarkt und aus den Kopfschmerzen ein Schlaganfall. Die Unklare Lage kann von den „Ich habe seit 3 Wochen Rückenschmerzen“ bis zum zerfetzten Arm nach einem Polizeihundangriff alles sein.

Ein gut erfahrener Rettungssanitäter sagte mir einmal… „wir können noch so viele Tools an unserem Gürtel tragen, wir können uns nicht auf alle Ereignisse vorbereiten!“

Da hat er definitv recht!

Ausserhalb unserer Standartausrüstung von Rettungsrucksäcken mit entsprechendem Material, Trage und Boards, Monitor für die Erhebung und Aufzeichnung diverser Parameter, einem Absauggerät, Perfusor als Dosierpumpe sowie einer Beatmungsmaschine ist viel Platz für private Spielereien.

• Warnwirkung für Tätigkeiten im öffentlichen Verkehrsraum wie z.B. dem Verkehrsunfall —> Einsatzjacke und Hose mit Reflektoren und Leuchtfarben

• Schutz vor mechanischen Einwirkungen (z.B. trittsicheres Schuhwerk) —> Einsatzstiefel der Schutzklasse S3 / Helm

• Schutz vor klimatischen Einwirkungen (Wetterschutz) —> Einsatzjacke

• Schutz vor Infektionen und Gefahrstoffen —> Handschuhe / Schutzbrille

Heute stelle ich euch ein Einsatzprodukt vor, welches meiner Meinung nach kein Spielzeug ist.

Die Schutzbrille, ein inzwischen standardisiert genutztes Produkt in manch einem Grossstadtrettungsdienst, erreicht immer mehr auch die ruhigeren Einsatzregionen auf dem Land. Sei es durch das Vorbeugen von Schmierinfektionen über die Augenbindehaut, das erreichen von Blut oder Erbrochenem oder Schutz vor Glas- und Metallsplitter kann uns die Schutzbrille vor Krankheiten oder gar dem Erblinden schützen.

Sind die Augen erstmal kaputt, so lassen sie sich nicht einfach ersetzen!

Schutzbrillen gibt es in verschiedenen Arten.

Die Standartversionen, welche sich auf jedem Rettungswagen befinden, sind meist sog. Standartschutzbrillen aus Polykarbonat, welche unkorrigiert getragen und unkompliziert desinfiziert werden können.

Da hat man nur bedingt an die Brillenträger gedacht, welche nicht bereit sind, für den Rettungseinsatz Kontaktlinsen zu tragen
Zwar gibt es eine Schutzbrillenvariante, welcher der klassischen Taucherbrille ähnelt (ausser dem fehlenden Nasenstück), wo ich meine Brille unter der Schutzbrille tragen könnte. Durch eine Wärmeausschüttung im Bereich um die Augen und Nasen, beschlägt somit die Brille, worauf gerne verzichte.

Zudem erhält man von diversen standard Schutzbrillen sehr schnell Druckstellen (in Form von Rötungen) am Nasenbein, Ohr und Schläfe, da diese meist universell eingesetzt werden müssen und nicht auf die einzelne Einsatzkraft abgestimmt wird.

Meine Schutzbrille trage ich mit einer Korrektur und habe dank fachlicher Beratung durch McOptic diese beschaffen und anpassen lassen.

Wir haben uns nach intensiven Gesprächen für eine Adidas Evil Eye Halfrim Pro a181 (Large) entschieden, welche nur bei wenigen Händlern wie beispielsweise McOptic in der Schweiz zur Verfügung gestellt wird.
Die Brille lässt sich unkompliziert desinfizieren (sehr empfehlenswert zur Einhaltung der Hygienestandarts) und die Bügel lassen sich in einem 3-Punktesystem verschieben.

Bei 34 Grad kam ich das erste mal so richtig im Einsatz zum Schwitzen. Hierbei bietet die Brille einen Schweissschutz, welcher verhindert, dass Schweiss von der Stirn in die Augen tropft. Ein grossartiges Gadget!

Für die kühlen Wintertage, wo auch einmal eine Schutzbrille resp. deren Glas beschlagen kann, war ich enorm dankbar über das Entlüftungssystem welches nahe an der Oberkante durch kleine Lüftungsschlitze vorhanden ist.
Die Brille, welche ich in den Wintermonaten beschafft habe, hat somit schon kalte Wintertage wie auch heisse Sommertage hinter sich und ich würde sie gegen keine andere eintauschen.

Hier ein paar weitere Vorteile:

Dünnere und leichtere Gläser

Sonderangefertigte Gläser, welche dank Bruchsicherheit auch im Extremeinsatz stark beansprucht werden können.

HD-Design, das heisst trotz der stark vorgebogenen Form bzw. Gläsern, hat man damit in allen Bereichen eine optimale Sicht. Auch nach aussen hin, wenn die Wölbung stärker wird… Das ist nicht selbstverständlich und liegt an der guten Glaswahl.

• Die Gläser sind hochwertig beschichtet; z.B. haben die Gläser einen UV-Schutz und sie sind flüssigkeits-, staub- und fettabweisend.

• Dank herausnehmbarer Gläser, können die Gläser ohne Gestell jeweils an die aktuelle Sehstärke angepasst werden, was eine starke Kosteneindämmung mit sich bringt.

• Die Bügel lassen sich ebenfalls abnehmen. Sollte einmal einer abbrechen, (z.B. verursacht durch einen Sturz, Schlag etc.) muss lediglich ein einzelnes Teil der Brille ersetzt werden.

• Sie ist (zumindest für mich) deutlich angenehmer zu tragen, wie eine herkömmliche Schutzbrille welche das Preisniveau von CHF 40.- nicht übersteigt

Empfehlenswerte Zusatzartikel:

Halteband um die Schutzbrille nicht permanent tragen zu müssen und sie um den Hals fixieren zu können. Somit ist sie jederzeit griff- und einsatzbereit!

Schutzcase für an den Gurt um die Brille geschützt und griffbereit zu tragen.

• Brillentuch/Tücher um den Durchblick nie zu verlieren.

Nun, wie würde es jetzt manch ein erfahrener Mensch sagen….

Es liegt nun an Euch, ob Ihr Euch schützen wollt oder nicht. Das hier, war lediglich ein Input! 😉

Schutzbrille mediware Standard
Vollsichtschutzbrille von Coop Bau&Hobby